Japanwachteln sind nicht winterhart. Als domestizierte Tiere reagieren sie empfindlich auf Kälte und Wetter und brauchen Schutz vor extremen Temperaturen, Nässe und Wind. Als ideale Temperatur für erwachsene Tiere gelten etwa 20 °C. Im Winter heißt das: ein geschützter, trockener und gut belüfteter Stall statt einer offenen Voliere, und ein Plan für die Tage, an denen der Stall diesen Schutz nicht mehr leistet.
Was gilt für welche Wachteln?
Diese Regeln gelten für Japanwachteln (Coturnix japonica), die Art, die in Gärten gehalten wird. Für andere Arten, etwa die Zwergwachtel, gelten sie nicht ohne Weiteres. Wie viel Kälte solche Tiere vertragen, klärst du vor dem Kauf mit dem Veterinäramt deines Landkreises. Den Einstieg in die Haltung zeigt der Beitrag Wachteln halten für Anfänger, die Übersicht aller Beiträge steht auf der Seite Wachteln.
Was Schutz vor Kälte, Nässe und Wind heißt
Kälte. Bau die Unterkunft so, dass in ihr stets ein passendes Klima herrscht. Das Ziel ist die Temperatur, die für erwachsene Wachteln als ideal gilt: etwa 20 °C. Ein Stall, der im Sommer passt, kann im Januar zu dünn sein. Prüfe deshalb im Herbst, ob Wände, Dach und Boden Wärme halten. Wie du ein Haus dämmst, steht im Beitrag Hühnerhaus winterfest machen. Übernimm daraus nur die Dämmung, die Hinweise zur Haltung von Hühnern gelten für Wachteln nicht.
Nässe. Feuchtigkeit macht Kälte gefährlicher. Regen, Schnee und Schmelzwasser dürfen weder ins Gehege laufen noch durch das Dach tropfen. Ein Dach mit Überstand und ein Boden, der nicht im Matsch steht, sind die Grundlage.
Wind. Zugluft und Wind sind etwas anderes als Lüftung. Der Stall muss gut belüftet werden, damit die Staubbelastung gering bleibt, und gleichzeitig vor Wind schützen. Schließe deshalb die Seiten, von denen Wind und Regen kommen, mit Platten oder dichten Brettern. Lass die Öffnungen für die Lüftung weiter oben und auf der windabgewandten Seite.
Einstreu: trocken, locker, sauber
Wachteln scharren, picken und baden gern in trockener, feiner Erde oder Einstreu. Mindestens die Hälfte des Geheges gehört mit Spreu, Hobelspänen oder Stroh ausgelegt, und die Einstreu muss trocken, locker und sauber bleiben. Im Winter ist das die schwierigere Aufgabe, weil feuchte Luft schlecht abzieht und nasse Stellen nicht abtrocknen.
- Tausche feuchte Stellen sofort aus, vor allem unter der Tränke.
- Fülle neue Einstreu nach, bevor der Boden durchgetreten und verdichtet ist.
- Stelle das Sandbad überdacht auf, damit es nicht durchnässt oder gefriert.
Wasser, das nicht gefriert
Wachteln müssen ständig Zugang zu frischem Wasser haben. Schau bei Frost morgens und abends nach der Tränke und tausche gefrorenes Wasser gegen frisches, handwarmes aus. Hängt die Tränke im Stall und nicht im Wind, friert sie später zu als im offenen Gehege. Futter gehört ebenfalls an eine trockene Stelle. Welche Mischung für welches Alter passt, erklärt der Beitrag Wachteln füttern.
Wärmelampe für Küken
Küken brauchen in der ersten Lebenswoche 35 bis 37 °C, etwa unter einer Wärmelampe oder -platte. Bis zur vierten Woche sinkt die Temperatur schrittweise auf etwa 20 °C. Wer Küken im Spätherbst oder Winter aufzieht, braucht deshalb einen beheizbaren Raum im Haus, in dem sich die Temperatur über Wochen halten lässt. Ein ungeschützter Außenstall ist dafür der falsche Ort.
Wann Wachteln ins frostfreie Zimmer gehören
Auf eine Gradzahl für den Umzug ins Haus verlässt du dich besser nicht. Entscheidend ist, ob der Stall Schutz vor extremen Temperaturen, Nässe und Wind bietet. Hol die Tiere in einen frostfreien, trockenen Raum, zum Beispiel einen Schuppen oder eine Garage mit Fenster, wenn eine dieser Bedingungen zutrifft:
- Der Stall ist nicht dicht: Es zieht, es tropft oder die Einstreu wird trotz Wechseln nicht trocken.
- Das Wasser friert, obwohl du es regelmäßig tauschst.
- Für die kommende Frostwoche ist der Stall nicht gedämmt, und eine Dämmung ist nicht mehr möglich.
Bei mir war es der erste Punkt: In einem kalten Januar zogen die Wachteln gut eine Woche in die Garage, weil der Stallteil nicht dicht genug war. Danach habe ich die Wetterseite mit Platten geschlossen.
Wirkt ein Tier krank, bring es zum Tierarzt.
Bleib beim Umzug bei der Gruppe: Wachteln brauchen Artgenossen und werden mindestens zu zweit gehalten. Auch im Haus gelten die Maße des Geheges, mindestens 50 cm Höhe, 450 cm² je Tier ab der sechsten Woche und trockene, lockere Einstreu. Lüfte dort gut und miste regelmäßig aus.
Geflügelpest im Winter
Wachteln zählen nach der Geflügelpest-Verordnung zum Geflügel, wenn sie in Gefangenschaft gehalten werden. Die Behörde entscheidet, ob eine Aufstallung angeordnet wird. Frage beim Veterinäramt nach, was in deinem Landkreis gilt. Ein Stall, in dem die Tiere die ganze Zeit sitzen, braucht dann erst recht gute Lüftung und trockene Einstreu.
Häufige Fehler
- Wachteln wie Hühner behandeln. Japanwachteln sind kälte- und wetterempfindlich und brauchen einen trockenen, windgeschützten Stall.
- Dicht gegen Zugluft, aber ohne Lüftung. Der Stall muss beides leisten.
- Nasse Einstreu. Sie bleibt im Winter länger feucht.
- Gefrorene Tränke übersehen. Kontrolliere bei Frost zweimal am Tag.
- Wachteln einzeln ins Haus holen. Die Gruppe bleibt zusammen.
Fragen zum Artikel? Schreib uns eine E-Mail an [email protected].


